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Schule und Ausbildung


Die Kinder und Enkel der Arbeitsmigranten haben oft schwerwiegende Identitätsprobleme. Die meisten sind in Deutschland geboren, hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Oft empfinden sie sich weder als richtige Türken noch als richtige Deutsche. Die schulische Situation der türkischen Kinder war lange Zeit durch einen hohen Anteil von Schülern gekennzeichnet, die keinen Abschluß erlangten. Dementsprechend waren sie an Hauptschulen wesentlich häufiger vertreten als gleichaltrige deutsche Kinder und besuchten seltener weiterführende Schulen. Auch dies hat sich mittlerweile geändert. Der Anteil türkischer Gymnasiasten ist stetig angestiegen. Zugleich hat sich die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluß verringert. Dennoch liegt der Schulerfolg der türkischen Kinder weiterhin deutlich unter dem deutschen Durchschnitt. Abitur machen zum Beispiel nur  10 Prozent der jungen Türken in Deutschland; bei den jungen Deutschen sind es 25 Prozent. Auch die berufliche Ausbildung der jungen Türken entspricht nicht dem üblichen Durchschnittsniveau. Ihr Anteil an den Auszubildenden ist  – im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil – sehr gering.
Unter den gut 1,6 Millionen Auszubildenden, die 1997 einer beruflichen Ausbildung nachgingen, befanden sich nur rund 110 000 beziehungseise 6,8 Prozent Ausländer, obwohl ihr Bevölkerungsanteil fast doppelt so hoch ist.
 
               Entwicklung der Zahl der türkischen Schüler in Deutschland 
                                        zwischen 1980 - 1997
  Jahre   Türkische Schüler
      (insgesamt)
    Ausländische Schüer
           (insgesamt)
Anteil der türkischen Schüler (in %) 
 1980                317.509             638.301                49,7
 1985                389.976             787.032                49,6
 1987                410.997             845.179                48,6
 1990                449.853              966.249                46,6
 1992                458.896          1.056.892                43,4
 1994                465.287          1.122.010                41,5
 1995                479.865          1.145.766                41,9
 1996                491.405          1.173.628                41,9
 1997                505.000          1.200.000                   -

 
 
     Entwicklung der Zahl der türkischen Studenten in Deutschland 1980-1997
 Jahre Türkische Studierende
           (insgesamt)
Ausländische Studierende
                       (insgesamt)
Anteil der türkischen 
Studierenden (in %)
  1980                6.542                57.713                 11,3
  1985                9.215                74.574                 12,4
  1990              12.962                99.760                 13,0
  1992              15.859              123.052                 12,9
  1994              19.317              141.460                 13,7
  1995              20.631              146.471                 14,1
  1996              21.858              151.870                 14,4
  1997              23.500                   -                     -



Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit


Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen des Zentrums für Türkeistudien wurde für das Jahr 1996 die Zahl der Erwerbstätigen in der türkischen Bevölkerung auf 805 000 geschätzt, für das Jahr 1997 auf  791 000. Es entsprach den Bedingungen der Anwerbung, daß die meisten türkischen Beschäftigten zunächst als ungelernte oder angelernte Arbeiter eingesetzt wurden. Die ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in den Sechzigern vorwiegend im industriellen Bereich untergekommen – in der Stahlindustrie, dem Bergbau und der Automobilindustrie. Die Zeiten änderten sich, und mit ihnen der Arbeitskräftebedarf. Einige Branchen mit überdurchschnittlich hohem Anteil ausländischer Beschäftigter, etwa die Montanindustrie, sahen sich in hohem Maße zu Rationalisierungen, Entlassungen und Betriebszusammenlegungen gezwungen. Daher waren und sind Emigranten von der Arbeitslosigkeit stark betroffen, zumal die älteren Angehörigen der ersten Generation kaum eine Chance haben, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Die Arbeitslosigkeit unter den türkischen Arbeitnehmern lag im September 1998 bei 22,7 Prozent, gegenüber einer Gesamtarbeitslosenquote von 9.8 Prozent. Trotz hoher Arbeitslosigkeit hat sich die Zahl der türkischen Arbeitnehmer in den letzten Jahren erhöht. Sogar bei den Kreditinstituten und im Versicherungsgewerbe, wo Ausländer, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, stark unterrepreseäntiert waren, sind türkische Arbeitnehmer mittlerweile zunehmend vertreten.




Türken als Selbständige


                                                                                                                                                        
Das türkische Unternehmertum in Deutschland entstand in den sechziger Jahren, als die
Nachfrage nach bestimmten Waren und Dienstleistungen in der türkischen Wohnbevölkerung zu Herausbildung der sogenannten Nischenökonomie führte. Besonders während der ersten Hälfte der achtziger Jahre stieg das Interesse der Türken an einer selbständigen Erwerbstätigkeit sprunghaft an. In den letzten Jahren hat es bei türkischen Unternehmern einen wahren Gründungsboom gegeben. Von 1990 bis 1997 stieg die Zahl der türkischen Unternehmen von 33 000 auf 47 000, das entspricht einer beachtlichen Zuwachsrate von 42,4 Prozent.

Das Spektrum reicht von den vertrauten Lebensmittelläden und Handwerksbetrieben über Buchhandlungen und Verlage bis zu innovativen Betrieben wie der elektronischen Datenverarbeitung und Medienprokuktion.

Auffallend bei türkischen Betriebsstrukturen sind vor allem der hohe Anteil an Familienbetrieben ohne zusätzliche "Fremd-Mitarbeiter“ sowie die geringe Anzahl an Großunternehmen. Rund 40 Prozent der türkischen Selbständigen führen Kleinstbetriebe mit nur ein bis zwei Mitarbeitern, die zudem meistens aus der eigenen Familie stammen.
Die Hälfte der türkischen Unternehmer beschäftigen drei bis neun Mitarbeiter. Diese Mitarbeiter sind nicht nur aus der Familie, sondern auch aus dem Arbeitsmarkt.
Größere Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeiter  sind in der Minderzahl. Nur knapp zehn Prozent fallen in diese Kategorie. 1997 waren in türkischen Betrieben insgesamt 206 000 Mitarbeiter beschäftigt.