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Kaynak (Quelle) : Vaybee.de

Die Zeiten der zum Heulen anmutenden und melancholischen Arabesk-Filme und der Sex beladenen Kinostreifen sind entgültig vorbei. Das türkische Kino der 90er Jahre wird bestimmt durch historisch aufgearbeitete und komödiantische Filme, welche bis heute immer noch reges Interesse finden.
Für den Beginn dieser neuen Ära sorgte sicherlich der Film „Istanbul Kanatlarimin Altinda“. Zwar nicht auf Komödie basierend, thematisierte es das osmanische Reich und die Homosexualität. Mit der neuen thematischen Entwicklung im Kino, haben die 90er Jahre den in Europa lebenden türkischstämmigen Menschen eine weitere Neuigkeit beschert: Türkische Kino-Filme in den deutschen Kinos! Auch wenn in den Jahren zuvor türkische Filme in kleineren Kinos gezeigt wurden, haben nun Multiplex-Kinos wie Cinemaxx oder UCI ebenfalls türkische Filme in ihr Repertoire aufgenommen. Den Stein ins Rollen brachte der Film „Eskiya“. Es war der erste Film der etliche Zuschauer in die Kinos lockte und noch dazu die höchste Zuschauerquote erreicht hatte. In der ersten Woche sahen über 100.000 Zuschauer diesen Film. Altmeister Sener Sen brillierte in „Eskiya“ als alter weiser Mann, auf der Suche nach seiner großen Liebe „Keje“ in der Millionen-Metropole Istanbul. Angehaucht durch östlichem Sprachstil und der unverkennbaren Mimik des Sener Sen, wurde Melancholie und Komödie genial miteinander vereinbart. Doch nicht jedem türkischen Film wurde in Deutschland große Beachtung geschenkt. So fand der Film „Nihavend Mucize“ mit der türkischen Diva Türkan Soray und dem Kabarettisten „Beyaz“ keine große Resonanz. In manchen Städten herrschten in den Kinos gähnende Leere .

Weitere Highlights der Kino-Szene:

Damals nannte man sie „Das unzertrennliche Duo“ und gemeinsam haben sie in mehr als hundert Filmen und Theateraufführungen gespielt: Zeki Alasya und Metin Akpinar! Doch dann trennten sich ihre Wege. Bis sie Ende der 90er noch einmal für den Film „Güle Güle“ vor der Kamera standen. Gemeinsam spielten sie in diesem gefühlsbeladenen Film wahre Freunde, wie sie es vor einigen Jahren im wirklichen Leben waren. „Güle Güle“ thematisierte eine tiefe und langanhaltende Freundschaft zwischen älteren Menschen.

Während in der Türkei das Kino ihren Lauf nahm, war es in Deutschland eine Zeit lang ruhig geblieben.  Erst mit dem Film „Propaganda“ gelang es deutschen Kinobetreibern große Umsätze zu verschreiben. In „Propaganda“ trafen Schauspieler der alten Schule, wie Kemal Sunal und Metin Akpinar, aufeinander. Produzent und Regisseur Sinan Cetin legte auch hier großen Wert auf Melancholie und Komödie.

Es waren nicht immer komödiantische Filme, die die Herzen der Kinofans eroberten. Politisch angehauchte Filme wie „Hoscakal Yarin" wurden auf deutschen Leinwänden gezeigt. „Eylül Firtinasi“, der Putsch im Jahre 1980 geschildert aus der Sicht eines Zwölfjährigen, läuft derzeit in kleineren deutschen Kinos in NRW. Sunnyboy der 70er Jahre Tarik Akan, verkörpert in diesem Film den weisen Großvater des kleinen Jungen. In „Filer ve Ciler“ wird die Verwicklung des Staatsapparates in die Mafiosi thematisiert.

Filme die auf Tragikomödie basieren sind: „Kahpe Bizans“, der erste türkische Film, den insgesamt über 2 Millionen Menschen gesehen haben. „Hemso“, der rachsüchtige Cebrail findet nach 20 Jahren zufällig seinen Erzfeind Yasar und wird unbewusst sein engster Vertrauter. In „Komser Sekspir“ zeigt uns der als Macho bekannte Schauspieler Kadir Inanir seine gefühlsvolle Seite, indem er seiner todkranken Tochter Su, ihren letzten Wunsch erfüllt: Eine Theateraufführung, die er nur mit Hilfe von Häftlingen und Staatsbeamten vollziehen kann. „Vizontelle“ spielt in den 60er Jahren und thematisiert das Phänomen „Fernsehen“ im Osten der Türkei. „Vizontelle“ ist zudem der teuerste und meistbesuchte Film in den türkischen Kinos und wird in naher Zukunft von Warner Bros. weltweit vertrieben.