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Kaynak (Quelle) : Vaybee.de


Mit ihrer eigenwilligen Herangehensweise an den türkischen Film sorgt die Filmgesellschaft „Plato Film“ für frischen Wind in der Branche. Während es zum einen die modernen Filme von Jungregisseuren sind, die vorwiegend sozialkritische Inhalte thematisieren, sind es aber auch die Neuverfilmungen von Klassikern, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Die Besonderheit dieser Neuverfilmungen liegt darin, dass sie von Jungregisseure recycelt werden. In diesem fünften Teil unserer Serie stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl von acht Neuverfilmung und ihre jeweiligen Regisseure vor.

Ömer Kiziltan (Regisseur) „Zümrüt“
Die Neuverfilmung von „Zümrüt“ wird von Experten des türkischen Films mit sehr guten Kritiken aufgenommen. Beeindruckend finden sie vor allem die Bedeutung der Thematik für die heutige Zeit. In der neuen Version begegnet die „Heldin“ Zümrüt ihrem Publikum als negative Figur. Zümrüt ist eine Frau, die zwar keine Scheu vor der Ausübung von schlimmen Taten hat, aber trotz allem verliert sie nicht die Fähigkeit zu lieben. Ömer Kiziltan legt bei der Neuverfilmung dieser Geschichte großen Wert darauf, dass die Handlungen nicht übertrieben dargestellt und extreme Gefühlsausbrüche vermieden werden. Die Tränendrüsen sollen schließlich nicht so überstrapaziert werden wie beim melodramatischen Original. Die Stars der Erstverfilmung waren die Schauspieler Fikret Hakan, Colpan Ilhan und Sadri Alisik. In der neuen Version spielen Toprak Sergen, Yasemin Alkaya und Nail Kirmizigül mit.

Mesut Taner (Regisseur) „Aglayan Kadin – Die weinende Frau“
Die alte Version von “Die weinende Frau“ erzählt die Geschichte einer vom Schicksal gebeutelten Frau, die ihr Kind vor einer Moschee aussetzen musste. 20 Jahre später begibt sie sich auf die Suche nach diesem Kind, und mit Gram muss sie feststellen, dass das Kind, eine Tochter, auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Die heldenhafte Mutter hilft ihrer Tochter, und tötet jenen Bösewicht, der versuchte, das Kind vom rechten Pfad der Tugend abzubringen. In der alten Besetzung brillierten Türkan Soray, Izzet Günay, Neriman Köksal und Muzaffer Tema in den Hauptrollen. Die Regisseure dieses 1967 erschienenen Films waren Osman Seden und Semih Evin. Für die Neuverfilmung schrieb Mesut Taner das Drehbuch um. Die Heldin seines Films ist nun die Tochter, die ihre Mutter beschützt und jenen Bösewicht tötet, der ihrer Mutter Schlechtes zufügen möchte. In der neuen Besetzung sieht man Izzet Günay, Türkan Soray, Colpan Ilhan und den bekannten Popmusiker Yasar als Taxifahrer Ali.

Kamil Renklidere (Regisseur) „Agaclar Ayakta Ölür – Bäume sterben im Stehen“
Dem großen Topkapi-Brand von 1976 fiel auch das Original des Films „Bäume sterben im Stehen“ zum Opfer. Von den Negativen des Films konnte nur noch eine leicht verbrannte Kopie sichergestellt werden. Diese Kopie wurde daraufhin vervielfältigt, und wird noch heute als Schwarzweiß-Film im türkischen Fernsehen ausgestrahlt. „Bäume sterben im Stehen“ beruht auf dem Theaterstück eines spanischen Autors. Schauplatz der ersten Verfilmung ist Frankreich. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein älteres Ehepaar, das zur Aufrechthaltung und zum Beweis seiner immer noch ungebrochen großen Liebe für einander kämpft. Im Original spielen Hulusi Kentmen, Yildiz Kenter, Izzet Günay und Semra Esar mit. In der neuen Version wirken Esref Kolcak, Colpan Ilhan, Sevinc Erbulak und Emre Altug mit.

Yücel Yolcu (Regisseur) „Kirik Zar – Zerbrochener Würfel“
„Ein Mädchen wie eine Bombe“, so bescheiden lautet der ursprüngliche Titel des Films „Zerbrochene Würfel“ von Yücel Yolcu. Das Original wurde bereits 1956 gedreht und stammt von Orhan Aksoy. In den Hauptrollen spielen Stars wie Türkan Soray, Izzet Günay und Sadri Alisik mit. Der Inhalt: Ein Casino-Besitzer macht Bekanntschaft mit einem brillianten Pokerspieler. Die Männer werden sehr gute Freunde. Der Haken: Der Pokerspieler erfährt, dass seine einstige große Liebe - er kann sie immer noch nicht vergessen -, nun die Ehefrau des Casinobesitzers ist. Yücel Yolcus neue Version zeigt zwei Pokerfreunde, die in einen Streit verwickelt werden. Dabei muss fälschlicherweise einer von ihnen ins Gefängnis; und dort lernt der Häftling dann einen Flötenspieler kennen, durch den er sein Leben von Grund auf verändert. Die Namen der neuen Darsteller sind Toprak Sergen, Neslihan Yeldan und Levent Özdilek. Der Regisseur selbst sagt von seinem Film, dass er keine 1:1-Kopie des Originals ist, sondern leicht avangardistische Tendenzen aufweist.

Funda Güven (Regisseur) „Halk Cocugu – Ein Kind des Volkes“
Regisseur Memduh Ün drehte diesen Film im Jahre 1964 mit den Schauspielern Ayhan Isik und Fatma Girik. Der Film behandelt unter anderem die gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit. Protagonist ist ein junger Glückspilz, der unverhofft zu einer Erbschaft kommt und dabei den Zorn seiner neuen Familie auf sich zieht, weil die von seiner Existenz bis dato nichts wusste.
Der aktuelle Bezug zur Gegenwart wird in Funda Güvens Neuadaption dadurch geschaffen, dass das schreckliche Erdbeben von 1999 auch thematisiert wird. Im Original spielt der Hauptdarsteller Ayhan Isik einen “Superhelden“, dessen Rolle nun von Emre Altug dargestellt wird, und der versucht den Anforderungen der Moderne gerecht zu werden, die sie an ihre Helden stellt. Weitere Darsteller der Neuversion sind Eda Özer und Sur Selen.

Cigdem Sezgin (Regisseur) „Artik Sevmeyecegim – Ich werde nie wieder lieben“
In der Originalfassung des Films „Ich werde nie wieder lieben“ von Muzaffer Arslan spielen Türkan Soray, Cüneyt Arkin und Münir Özkul mit. Von zwei ungleichen Schwestern heiratet die schlechte einen Komponisten. Jahre später plant sie mit ihrem Ehemann die Flucht ins Ausland. Aber bei einem tragischen Autounfall stirbt die schlechte Schwester und die gute übernimmt nach deren Tod ihre Rolle. Komischerweise ahnt der Ehemann nichts von diesem Rollentausch. Und last but not least tritt als weiterer Schicksalsschlag auch noch seine Erblindung ein. Die Regisseurin Cigdem Sezgin präsentiert die Neuverfilmung dieser Geschichte ohne große Änderungen. Sezgin, die die ganze Palette dieses absurden Films, über den sich das türkische Publikum jahrelang lustig machte, noch einmal aufgreift, sagt, dass sie während der Dreharbeiten sehr großen Spaß hatte und letzten Endes ein gutes Resultat geliefert hat.

Artun Yeres (Regisseur) „Yarali Kurt – Verwundeter Wolf“
Die erste Version des Films „Verwundeter Wolf“ vom Regisseur Lütfi Akda lief 1976. Der Hauptdarsteller Cüneyt Arkin erhielt für seine in diesem Film gespielte Rolle bei den damaligen Filmfestspielen die Auszeichnung als „Bester männlicher Akteur“. Artun Yeres, der Regisseur der neuen Version, verzichtete auf eine originalgetreue Kopie des Films und fügte ihm die aktuelle Problematik zwischen Staat und Mafia hinzu. Ein Thema, das in der Türkei heiß diskutiert wird. In den Hauptrollen seiner Version spielen Serdar Deniz, Sevinc Erbulak, Kutay Göktürk und Füsun Erbulak mit.

Yagmur Taylan (Regisseur) „Yildiz Tepe – Sternenhimmel“
Der Film “Yildiz Tepe“ wurde vom Regisseur Memduh Ün im Jahre 1962 gedreht. Die Hauptrollen spielten Ekrem Bora, Salih Güney, Fatma Girik und Ayla Algan. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Peride Celal. Yagmur Taylan brachte eine neue Version dieses Klassikers auf die Leinwand. Hierzu sagt er: „Wir hatten nur ein begrenztes Budget für die Dreharbeiten zur Verfügung. Aber ich hatte insofern Glück, als dass ich sowohl den Roman gelesen als auch die Verfilmung von Memduh Ün gesehen habe. Dabei konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Memduh Ün in seiner Verfilmung die Liebesgeschichte übersprungen hatte. Bei meiner Verfilmung habe ich wert darauf gelegt, was der Roman in mir persönlich auslöste. Mein Film unterscheidet sich vom Original insofern, als dass ich viele post-moderne Züge in ihn habe einfließen lassen.“