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Moslem zu sein bedeutet, sich dem Willen Gottes
in friedlicher Ergebung hinzugeben.Islam ist mehr als nur ein Glaube oder eine Religion, sondern eine bestimmte Einstellung,
bezogen auf das Verhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf, dessen endgültige "Scharfstellung"
durch Muhammed erfolgte.
Um als Mensch Gott ergeben zu sein, genügt es aber nicht, wie im
Falle der unbelebten Schöp-fung, einfach nur als Gottes-geschöpf
zu sein, zu exis-tieren, sondern die Eigenschaft des Willens verlangt eine
bewußte und freiwillige Annahme und Befolgung der Offenbarun-gen
Gottes. Die Offenbarungen begannen mit dem Propheten Adam und endeten mit
dem Propheten Muhammad. Muhammed wurde ca.570 n.CHR. in Mekka geboren.
Der Schwerpunkt seiner von ihm verkündeten Offenbarung liegt in der
Lehre des "Tauhid", d.h. der Unteilbarkeit und Einzigartigkeit Gottes.Muhammad,
der Gesandte Gottes erklärte auf die Frage was Glaube sei: Daß
du glaubst an den Einen, Einzigen Gott, an Seine himmlischen Boten, an
Seine geoffenbarten Bücher, an Seine menschlichen Gesandten, an den
letzten Tag und an die Bestimmung Gottes von Gut und Böse.
GOTT: Der Islam beharrt auf der reinsten Form des Monotheismus. Es gibt
nur einen einzigen Gott. Er ist unteilbar und hat niemanden neben sich.
Er ist unvergleichlich und nichts ist Ihm auch nur ähnlich. Er ist
der Erste, der Letzte, der Offenkundige, der Verborgene, der Ewige, der
Allmächtige, der Allwissende, der Schöpfer und Erhalter aller
Dinge, der Gerechte, der Barmherzige, der Gnädige, ein Liebender,
der Freund, der Erhabene, der Preiswürdige, der Vollkommene, die Wahrheit.
Die arabische Bezeichnung für die Gottheit ist ALLAH. Dieses Wort
kennt keine Mehrzahl und auch keine weibliche Form.
HIMMLISCHE BOTEN: Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie als Engel
bezeichnet. Da Allah außerhalb der menschlichen Wahrnehmbar-keit
ist, sind Medien für die Überbringung der göttlichen Botschaft
erforderlich. Für den Moslem sind die Engel die gehorsamen Diener
Allahs, irdischer Abhängigkeiten entbunden und die Überbringer
der göttlichen Offenbarungen. (Traum, Intuition Suggestion (ilqa),
göttliche Eingebung (ilham)). Der höchste Grad der Kommunikation
zwischen Mensch und Schöpfer heißt (wahy) Offenbarung. Dschibril
(Macht Gottes) oder Ruh al amin (vertrauenswürdiger Geist) als ranghöchster
himmlischer Bote war der Überbringer der Offenbarung an den menschlichen
Gesandten Muhammad.
DIE GEOFFENBARTEN SCHRIFTEN sind die jeweils zusammen-gefaßten
Offenbarungen an die verschiedensten Gesandten. Im Quran sind die Tafeln
des Moses, die Psalter des Davids, die Rollen des Abraham und das Evangelium
des Jesus, dem Sohn der Maria (Isa ben Mariyam) als solche Offenbarungen
erwähnt. Dem Gesandten Allahs, Muhammad, wurde der QURAN offenbart.
Der Quran, das Wort bedeutet Rezitation, Lesung, wurde im Laufe von ca.
23 Jahren in arabischer Sprache offenbart, ist in 114 Kapitel (Suren),
welche wiederum in kurze Abschnitte, genannt Ayat (Verse) unterteilt sind,
gegliedert. Das Original ist bis heute erhalten . Es muß betont werden,
daß Muhammad weder der Verfasser noch der Kompilator des Quran ist,
sondern einzig und alleine der gehorsame Übermittler der göttlichen
Botschaft. Daher ist der Anhänger des Islam nicht zuerst Mohammedaner,
da Muhammad eben kein Religionsstifter ist, sondern Moslem. Der Quran wendet
sich inhaltlich an die gesamte Menschheit, ohne Unterschied von Rassen
oder Nationalitäten noch Zeitalter, mit der Botschaft zur physischen
und geistigen Rechtleitung des Einzelnen, wie der Gemeinschaft. In der
Hauptsache strebt der Quran danach, die Persönlichkeit des Einzelnen
zu entwickeln. Jedes Wesen soll seinem Schöpfer persönlich gegenüber
verantwortlich sein.
DIE BOTEN GOTTES (PROPHETEN): Der Islam unterscheidet zwischen dem Nabiyy
(ein von Gott Auserwählter unter den Menschen, der als folgsames Beispiel
der göttlichen Recht-leitung unter seinem Volk zu wirken beauftragt
ist). Der Quran spricht von einer großen Zahl solcher Anbiyya. Der
Ausdruck Rasul bezeichnet jene auserwählten unter den Anbiyya, welche
den Menschen Allahs Rechtleitung durch gesetzgebende Offenbarung verkünden.
Alle Propheten hatten bezüglich der Grundwahrheiten, wie der Einheit
Gottes, des Verbotes des Bösen und Gebotes des Guten, die gleiche
Botschaft zu überbringen. Die Vorschriften das soziale Verhalten betreffend,
konnte sich jedoch je nach dem sozialen Entwick-lungs-stand eines Volkes
verändern. Der Quran erwähnt 25 Propheten namentlich: u.a. Adam,
Seth, Noah, Abraham, Jakob, David, Moses, Jesus. Mit Muhammad, dem Siegel
der Propheten hat die Religion im klassischen Sinne ihr Ende gefunden.
Die Religion beschränkt sich nun nicht mehr ausschließlich auf
einen Gottesdienst, sondern wendet sich direkt an die mündig gewordene
Menschheit, die ihre Eigenverantwortlichkeit gegen-über Gott, ohne
zwischen-geschaltete Priesterschaft wahrnehmen soll. So wie die fast "göttliche"
Seele und der weltliche Körper eine Einheit bilden, hat die religiöse
Betreuung den ganzen Menschen zu beanspruchen und daher ist auch das gesamte
weltliche Leben von religiösen Richtlinien durch-drun-gen. Die einstige
Hierarchie der Priesterschaft hatte der Hierarchie des Besseren zu weichen.
DIE LETZTEN DINGE (JÜNGSTES GERICHT): Der Mensch wird nach seinem
Tode wiedererweckt und gemäß seinen Handlungen von Gott gerichtet
werden. Paradies und Hölle werden als bildliche Begriffe verstanden,
um einen Zustand, welcher jenseits unseres Begriffsvermögens liegt
einigermaßen erfassen zu können. Zusammenfassend kann gesagt
werden, daß das höchste Glück in der Anschauung Gottes
gefunden wird. Wer einmal das Paradies erlangt hat, wird ewig darin verweilen.
Über die Frage, ob das Verweilen in der Hölle für die Ungläubigen
ebenfalls von ewiger Dauer ist, gibt es unter den muslimischen Gelehrten
verschieden begründete Auffassungen. Die Mehrheit ist der Meinung,
daß Gott alle Sünden, außer den Unglauben, den Er mit
ewiger Verdammnis bestraft, verzeihen wird (4/48,116), andere Gelehrte
meinen, daß selbst diese Strafe für den Unglauben durch Gottes
unendliche Gnade einst beendet werden könne (39/35; 11/107).
GOTTES BESTIMMUNG VON GUT UND BÖSE:
Diese kurze Zusammenfassung dessen, wozu ein Moslem zu glauben verpflichtet
ist, drückt sich in knappster Form im Wortlaut des Glaubens-bekenntnisses
aus. "Ashhaddu an la ilaha illa'Llah wa ashhaddu anna Muhammad Rasulullah"."
Ich bezeuge es gibt keinen Gott außer (Gott) Allah, ich bezeuge,
Muhammad ist Gesandter Allahs".
Dieses Prinzip der Ergebung trifft grundsätzlich auf die gesamte
Schöpfung zu. Das heißt, daß alles Erschaffene grundsätzlich
aus seinem Wesen heraus islamisch ist. Steine werden geformt, Flüsse
fließen, Bäume wachsen und die Planeten rollen in ihrer Bahn,
geradewegs nach dem Willen, nach dem Gesetz Gottes. Auch wir Menschen sind
alle bis zum Augenblick unserer Geburt islamisch, denn wir wurden bis zu
diesem Zeitpunkt ausschließlich nach dem Willen des Schöpfers
gebildet und alle menschliche Einflußnahme dabei ist nur sekundärer
Natur. Nach unserer Geburt liegt es an unseren Eltern, in welchem religiösen
System wir aufzuwachsen haben.
Zwei Lehrsätze stehen sich hier gegenüber:
1. Die Lehre des menschlichen freien Willens und
2. Die Lehre der Vorbestimmung Gottes über Gutes und Böses.
Dem Moslem ist der Glaube an beide Lehrsätze vorgeschrieben, auch
um ihm durch die Beschäftigung mit diesen, die nicht auszuschöpfende
weitreichende Bedeutung beider vor Augen zu führen. Gleichzeitig wird
ihm empfohlen, sich mit dieser Frage nicht zu belasten, da die Diskussion
darüber unent-schieden bleiben wird. Dieser Glaube endet nicht, wie
allgemein angenommen wird in Fatalismus, sondern bringt dem Gläubigen
größte Beweglichkeit. Er zwingt ihn zur Bemühung einerseits
und andererseits schenkt er ihm Kraft im Unglück, um standhaft zu
sein.
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