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Zurückgehen oder Bleiben

Das Haus wurde gebaut.
Ab heute wird der Armut nicht mehr geschaut.
Wenn unsere Schulden alle sind,
Gehen wir zurück wie ein Wind.Einmal, so sagte der Vater lächelnd:
"Du mußt nur ganz kurz zur Schule gehen.
Auch von einem Beruf sollst du was verstehen.
Was ich sage ist echt.
Wir leben ja hier nicht schlecht.
Ihr solltet dafür beten.

"Dann an der reihe waren auch Auto und Möbel.
In der Anatolischen steppe Auto fährt jeder Pöbel.
Farbfernsehen ist ein Genuß.
So verlängerte er die Zeit und sagte: "Muß."

Dann hat er ein Grunstück gekauft.
Noch zwei Jahre sind so verstaubt.
Kredite und Schulden waren bar.
So schnell kommt das zehnte Jahr.

Die Rente wurde gerechnet.
Träumt er, dann verrechnet.
Armut in der Heimat
Zwingt die Menschen zum Proletariat.
Mit Rückkehrträumen waren fünfzehn Jahr vorbei.
Rief er wider ein neues Jahr herbei.

Obwohl die Leute im gleichen Haus wohnen
Fünfzehn Jahre lang nicht als Nachbarn gerufen
Politiker setzten ihn auf höhere Stufen,
Haben ihn "Ausländische Mitbürger" genannt.
Dieser Titel machte ihn matt.
"Solche Glänzworte sind Gastgeber Art"
Sagte er hoffnungslos.

Als er auf dem Weg ins Krankenhaus war,
Und die ganze Familie traurig sah,
Sagte er: "Ich gehe.
Wenn ich lebend zurück komme,
Ich schwöre, fahren wir in die Heimat.
Was es koste, verhindern kann das niemand;
Wenn ich sterbe,
Laßt mich nicht in der Fremde.
Vielleicht haben wir immer noch Freunde im Dorf,
Die erinnern meinen Namen,
Und sagen auch, daß ich auch da gelebt habe."
 
               
Sühan Sen, Berlin


A,B,C,D,F,G...

Immerschwiegen wir.
Schweigend sprechen wir.
[...]
In einer Zeit leben wir zweimal,
einmal hier und einmal zuhause.
In einer Zeit altern wir zweimal.
Zweimal müde, wie müde sind wir.

He Fließbänder! Euer Abfall vor unseren Besen.
Verwischte Fingerabdrücke. Verwischte Identität.
[...]
He Paßbilder! Ein einziger Arbeit, von innen geschen das gibt.
zwei Stück und beide ganz unähnlich
[...]
ein Mann, zwei Paßbilder.
Schweigend das eine, schweigend das ande

(Aus dem Gedicht "Wegwerfarbeit" *)

* In : Aras Ören, Privatexil, Berlin(Rotbuch) 1977