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Der Islam und die Muslime sind mittlerweile in Deuschland
zu einer Realität geworden, mit denen sich die Öffentlichkeit
auseinandersetzt: Islamischer Schulunterricht, Moscheebauten oder die Kopftuchdiskussion
sind nur einige der aktuellen Themen. Gerade auch deshalb wird das Bedürfniss
einer sachgerechten Selbstdarstellung des Islams und der Muslime nicht
unbedeutender. Der Monat Ramadan und das Fasten in diesem Monat gehören
dazu.Hier sind einige Erläuterungen zum Fasten.
Warum fasten die Muslime?
Das Fasten wird den Gläubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben:”Ihr,
die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben
war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet.”
(2:183). Laut dieser Aussage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, soll
das Fasten um Gottes (Allahs) Willen geschehen d.h. es soll dadurch die
Zufriedenheit Gottes erlangt werden. Ausserdem gehört die Praxis des
Fastens zur Tradition des Propheten Muhammad , der den Muslimen als Vorbild
dient.
Wie wird im Islam gefastet?
Wer ist zum Fasten verpflichtet?
Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?
Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdiensts. Das Fasten im Monat
Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam,
also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt.
Die anderen Säulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft
Muhammads , das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach
Mekka und das Entrichten der Zakat.
Das Fasten im Islam heisst, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn
der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts isst, nichts trinkt,
allgemein also keine Nahrung zu sich nimmt und sich des Beischlafs
mit dem Ehepartner enthält. Das ist das ”äussere” Fasten. Das
Fasten hat aber auch eine ”innere” Dimension. Der Muslim soll demnach im
Ramadan noch mehr als sonst darauf achten sich gänzlich von Sünde
freizuhalten d.h. nichts Verwerfliches bewusst anschauen, nichts Schlechtes
reden, auf nichts Böses hören und nichts Verabscheuungswürdiges
tun. Denn Fasten heisst erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein
von Gott abhängig ist. Zugleich soll sich der Fastende darüber
klar werden, dass er sich von vermeintlicher Abhängigkeit von anderem
lossagen kann und muss. Er ist ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu
seinem Schöpfer aufgemacht hat und alles, woran er gewöhnt ist
aber nicht unbedingt benötigt, hinter sich zurücklässt.
Zudem beschäftigt sich der Muslim wenn er fastet intensiver mit den
restlichen Gottesdiensten wie z.B. den Gebeten oder dem Lesen des Korans.
Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?
Das Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und
seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein
muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert und seine
Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt
das Fasten bedeutungslos und leer. So ist ein grosser Nutzen des Monats
Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und
darüber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und
Konzentration auf das Wesentliche. Fasten schärft das Gewissen und
vergrössert die Widerstandskraft. Wer fastet denkt mehr an Gott, übt
sich in wohltätiger Nächstenliebe, schmeckt die Süsse der
Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und Gottesfurcht. Die Muslime
geniessen auch das besondere Miteinander in der Familie und unter Freunden
im Fastenmonat. Vielleicht ist der grösste praktische Nutzen der einmonatigen
geistigen und körperlichen Übung der, dass die Selbstbeherrschung
und die Absage an bestimmte Dinge auch andere Aspekte des Lebens eines
Muslims permanent zu durchdringen vermag. Dies wird möglich, weil
dem Muslim im Ramadan eine Möglichkeit geboten wird eine innere Abrechnung
durchzuführen und er somit neue Vorsätze für die nächste
Zeit vornehmen kann.
Die Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt für jeden geistig zurechnungsfähigen
Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht. Die Pubertät
kennzeichnet die Mündigkeit im Islam. Kinder, die die Pubertät
nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können.
So können sie sich nach und nach mit zunehmenden Alter an dieses Gebot
gewöhnen.
Nur wer das Fasten, so wie es im Islam vorgeschrieben ist, ohne gesundheitlichen
Schaden durchführen können, ist zu diesem Gebot verpflichtet.
Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter,
Frauen in der Menstruation und ähnliche Personengruppen von dieser
Pflicht ausgenommen. Personen, deren gesundheitliche Situation sich voraussichtlich
nicht bessern wird wie z.B. chronisch Kranke oder Altersschwache, sollen
für jeden im Ramadan versäumten Fastentag einen Bedürftigen
speisen (die sog. Fidya). Andere, die unter die Ausnahmeregelung fallen
und deren Situation sich bessern wird wie z.B. Schwangere, stillende Mütter
etc. holen die versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt
nach.
islam.de
Der Islam betont den einheitlichen Ursprung aller monotheistischen Religionen. Nach seiner Lehre sind dem meschlichen Geist, trotz seiner großen Möglichkeiten, bestimmte Grenzen gesetzt, die er weder mit den exakten, noch mit empirischen Wissenschaften überschreiten kann. Alle Propheten, von Adam über Abraham, Moses Jesus bis hin zu Muhammad sind die Propheten, an die der Muslim glaubt und die er ohne Unterschied verehrt. Alle göttlichen Offenbarungen, von der Thora über die Psalmen und das Evangelium bis des einen Gottes; nur ist der Koran die letzte dieser Offenbarungen, die unverfälscht geblieben ist, und die all das enthält, was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt.
Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?
Wann beginnt die Fastenzeit?
Ramadan 2 ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet, was brennende Hitze und Trockenheit, speziell des Bodens bedeutet. Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies deutet auf das Hitzegefühl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird. Manche erklären auch das damit, dass der Ramadan die Sünden ausbrennt wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele für die Anbetung und das Gedenken an Gott empfänglicher, so wie Sand und Steine für die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem Gläubigen sich neu zu formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten zu erneuern. (in Türkisch: Ramazan; das z wird wie ein s in sehr geprochen. )
Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen, als auch Fastentage im Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird erleben.Wäre eine bestimmte feste Jahreszeit für das Fasten festgelegt, würde das für manche der Anhänger des Islam in verschiedenen Erdteilen, einen dauernden Vorteil, für andere wiederum eine ständige Benachteiligung bedeuten.
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