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Völkerrechtlich ist die Regelung der Staatsangehörigkeit den einzelnen Staaten überlassen. Prinzipiell kann sie durch Geburt zugeschrieben oder durch Einbürgerung erworben werden. Das Staatsangehörigkeitsrecht der Bundesrepublik Deutschland ist geprägt durch das Abstammungsprinzip (ius sanguinis). Rechtliche Grundlage ist das 1914 in Kraft getretene und seitdem mehrfach novellierte Reichs- und Staatsangehörigkeitsrecht. Die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt nach diesem
Prinzip, wer als Kind mindestens eines deutschen Elternteils geboren wird, wobei der Ort der Geburt keine Rolle spielt. Ausländer sind nach diesem Gesetz alle, die nicht Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind, unabhängig davon, ob sie hier geboren sind.

In der Bundesrepublik lebende türkische Staatsangehörige sind dem Ausländergesetz unterstellt, genießen in der Bundesrepublik Deutschland weder Wahlrecht noch diplomatischen und konsularischen Schutz durch den deutschen Staat im Ausland und sind nicht zum Wehrdienst verpflichtet. Nach dem Inkrafttreten des Grundgesetzes galt in Deutschland zunächst weiterhin die "zuwanderungsrestriktive" Ausländerpolizeiverordnung von 1938. Zur Bewältigung der gezielten Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer seit Ende der fünfziger Jahre wurde das Ausländergesetz von 1965 erlassen, das bis zur Reform des Ausländerrechts 1991 Entscheidungsgrundlage für die Ausländerbehörden war.

Eine Einbürgerung kann prinzipiell entweder als Anspruchs- oder Ermessenseinbürgerung erfolgen. Während bei Anspruchseinbürgerungen die Voraussetzungen klar und präzise umrissen sind, liegt die Entscheidung bei Ermessenseinbürgerungen im "Ermessen" der entsprechenden Behörde. Voraussetzungen für eine Einbürgerung sind die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit, eine Unterkunft sowie die Fähigkeit, finanziell für sich und seine Angehörigen aufkommen zu können. Die Richtlinien
von 1977 bestimmen weiterhin, dass ein öffentliches, staatliches oder gesellschaftliches Interesse an der Einbürgerung bestehen muss.

Am 1. Januar 1991 trat eine leichte Änderung des Ausländergesetzes in Kraft. Es erleichterte die Integration von Ausländern, die bereits lange in der Bundesrepublik leben und arbeiten. Umgekehrt begrenzte es die Zuwanderung aus Ländern, die nicht der Europäischen Gemeinschaft angehören. Von Bürgern fast aller außereuropäischen Staaten verlangt Deutschland heute ein Visum. Dies gilt auch für Kinder unter 16 Jahren. Jugendliche im Alter von 16 bis 23 Jahren hatten seither einen zwingenden Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie seit 8 Jahren rechtmäßig in der Bundesrepublik mit einer Aufenthaltsberechtigung leben, mindestens 6 Jahre eine Schule in der Bundesrepublik besucht haben und kein Ausweisungsgrund vorliegt; ebenso Ausländer nach 15jährigem Aufenthalt und gesichertem Unterhalt. Bei allen anderen Ausländern lag die Einbürgerung nach wie vor im Ermessen des Beamten, der den Fall betreut. Er hat unter anderem zu prüfen, "ob der Bewerber einen wertvollen Bevölkerungszuwachs darstellt" oder ob "eine freiwillige und dauerhafte Hinwendung zu Deutschland, Grundkenntnisse unserer staatlichen Ordnung und ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung" festzustellen ist. Die Bestimmungen für die Einreise und den Aufenthalt von EU Staatsangehörigen wurden entsprechend dem EWG- Vertrag (Freizügigkeit) in einem eigenen Gesetz
geregelt.

Ab dem 1. Januar 2000 gilt ein neues Staatsangehörigkeitsrecht.
Zusätzlich zum nach wie vor gültigen Abstammungsprinzip gilt nun das Geburtsrecht. Alle ab diesem Zeitpunkt in Deutschland geborenen Kinder von ausländischen Eltern werden mit der Geburt automatisch Deutsche, wenn ein Elternteil sich bei der Geburt seit mindestens acht Jahren dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland aufhält und seit mindestens drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung hat.
Zusätzlich erwerben die Kinder durch Geburt zumeist die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern. Das "Optionsmodell" sieht vor, dass die Kinder sich nach der Volljährigkeit bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden: Erklären sie, dass sie die ausländische Staatsangehörigkeit behalten wollen, verlieren sie die deutsche. Gleiches gilt, wenn sie bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres gar keine Erklärung abgeben. Entscheiden sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit, so müssen sie bis zum 23. Lebensjahr nachweisen, dass sie die andere Staatsangehörigkeit verloren haben. Ist eine Aufgabe der anderen Staatsangehörigkeit nicht möglich oder zumutbar, kann Mehrstaatigkeit unter bestimmten Umständen hingenommen werden. Dann muss spätestens bis zum 21. Lebensjahr eine Beibehaltungsgenehmigung beantragt sein.

Der Weg zur deutschen Staatsangehörigkeit ist für die dauerhaft in Deutschland lebenden Ausländer die Einbürgerung, die im Unterschied zum Geburtsrecht nicht automatisch erfolgt, sondern beantragt werden muss. Die gesetzlichen Regeln über die Ermessenseinbürgerung bleiben im Wesentlichen unverändert. Verbessert wurde die Anspruchseinbürgerung nach dem Ausländergesetz:
Voraussetzungen sind nun:

-acht Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland
-Besitz einer Aufenthaltserlaubnis oder Aufenthaltsberechtigung
-Bekenntnis zum Grundgesetz
-keine verfassungsfeindlichen Betätigungen
-in der Regel Sicherung des Lebensunterhaltes ohne Sozial- oder Arbeitslosenhilfe
-Straflosigkeit, ausgenommen Bagatelldelikte
-ausreichende deutsche Sprachkenntnisse

In der Regel muss die ausländische Staatsangehörigkeit aufgegeben werden. Ausnahmen gelten wie bisher, wenn die Staatsangehörigkeit nicht oder nur unter besonderen Schwierigkeiten aufgegeben werden kann. Erweiterte Ausnahmen gelten unter anderem -für ältere Personen, wenn die Entlassung aus der ausländischen Staatsangehörigkeit auf unverhältnismäßige Schwierigkeiten stößt, -für anerkannte Flüchtlinge, -bei unzumutbaren Bedingungen für die Entlassung aus der ausländischen Staatsangehörigkeit (unter anderem zu hohe Entlassungsgebühren oder entwürdigende Entlassungsverfahren) und -bei erheblichen Nachteilen insbesondere wirtschaftlicher oder vermögensrechtlicher Art.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.einbuergerung.de

http://www.bundesauslaenderbeauftragte.de
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