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Die ersten Türken kamen in den 60er Jahren nach Deutschland, um zu arbeiten. Sie wollten nicht lange bleiben. Viel Geld verdienen, und dann ab in die Heimat. Gegangen sind nur wenige, geblieben fast 3 Millionen.

Viele von ihnen, die in der deutschen Fremde nicht heimisch werden konnten, nutzten schon zu Beginn der 70er Jahren die Musik als Ausdrucksmittel für ihre Gefühle. Sie schufen das, was heute als "Gurbet Türküleri" bekannt ist, zu deutsch 'Lieder aus der Fremde'. Die Themen ihrer Songs: Heimweh, Rückkehrgedanken, die Liebe zur blonden Gabi, der Zorn gegen den 'Meister'. Nach dem Brandanschlag von Solingen, bei dem fünf Türken ermordet wurden, rückte der Rassismus als Thema in den Mittelpunkt.

“Helmut diyor pis yabanci, Tugrul diyor Alamanci, Bir an cekip gitsek burdan, Ise alir mi Sabanci”. Helmut nennt uns Drecksausländer, und Tugrul Deutschländer, Gibt uns Sabanci einen Job, wenn wir zurückkehren?, so in etwa lauten die Texte der deutsch-türkischen Musiker. Ein Spiegel ihrer inneren Zerrissenheit.

Dr. Ali Osman Öztürk, Autor des Buches 'Alamanya Türküleri' stellt fest, dass die ersten Lieder dieser Art 1972 gesungen wurden. 1976 erreichten sie eine bemerkenswert hohe Zahl. In den 1980er Jahren, als die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland zunahm, stieg auch die Anzahl der Lieder, in denen es vermehrt um das Thema Rassismus ging.

Das Deutschlandbild - zwischen Klischee und Realität
Laut Dr. Ali Osman Öztürk sprechen die Untersuchungen der 'Gurbet Türküleri' Bände über die unterdrückten türkischen Aggressionen den deutschen 'Gastgebern' gegenüber. Deutsche, so das Ergebnis, werden immer als 'Anti-Türken' wahrgenommen. Sie essen Schweinefleisch, kleiden sich offenherzig, trinken Alkohol. Sie heißen Hans und Helmut, Helga, Gabi oder Maria, sind Rassisten, Nazis, und deutsche Frauen, so Öztürk, scheinen die Kunst zu beherrschen, einer Türkin den Mann auszuspannen.

Rassistische Übergriffe
Mölln und Solingen. Zwei Marksteine in der Geschichte der Türken in Deutschland. Zwei Marksteine in der Geschichte der 'Gurbet türküleri'. In den Liedern der 1990er Jahre findet diese Thematik zunehmenden Eingang in die Texte der jungen Musiker. Musikformationen wie Cartel und Nefret beschäftigen sich zunehmend mit diesen Texten, aber auch die Unbefangenheit mit Themen der Sexualität findet ihren Einzug in die Musik der 'jungen Wilden'.

Neben den in der Türkei renommierten Liedermachern Mahzuni Serif oder Murat Cobanoglu gehören die etwas Unbekannteren wie A. Mahir Ofcan, Abdullah Eryilmaz, Adnan Varveren, Haydar Korkmaz, Ramazan Ceyhanli, Asik Türköz, Ismail Ergülec, Riza Taner, Asik Kemal Devrani zu den führenden Musiker der 'Gurbet Türküleri'.

Während die Musikformation Cartel oder Derdiyoklar zu den festen Größen in der Rubrik männlicher 'Almanya türküleri' gehören, sind es Namen wie Yüksel Özkasap und Sah Turna, welche die Frauen vertreten.
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