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Volkswirtschaftlicher Beitrag


Die türkischen Arbeitnehmer sind in der Beitragszahlung zur Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung den Deutschen gleichgestellt, haben jedoch die entsprechenden Leistungen nur in äußerst geringem  Maß in Anspruch genommen. Die Belastung der sozialen Infrastruktur fiel deshalb so gering aus, weil etwa bis zum Jahre 1972 die türkische Bevölkerung zu mehr als 80 Prozent aus beschäftigten Arbeitnehmern bestand. Nichterwerbstätige Familienangehörige, die Leistungen aus dem sozialen Topf hätten in Anspruch nehmen können, lebten größtenteils in der Türkei. Außerdem stand die erste Generation der Angeworbenen mitten im Berufsleben und hatte noch keinen Rentenanspruch.
So zahlten Türken in die deutsche Rentenversicherung und finanzierten über ihre Beiträge soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen, nutzten diese jedoch zumindest in den ersten Jahren kaum. Laut einer Untersuchung des Zentrums für Türkeistudien leisteten die lohnabhängig beschäftigten Türken und die Selbständigen 1996 einen Beitrag von 69 Milliarden Mark zum Bruttosozialprodukt. Bei einem Gesamt-BSP von rund 3500 Millionen Mark entspricht das einem von den Türken  erwirtschafteten Anteil von 1,97 Prozent.

Das jährliche Netto-Gesamteinkommen der 763 000 abhängig beschäftigeten türkischen Arbeitnehmer belief sich 1996 auf 20,7 Milliarden. Im Schnitt verdienten sie in diesem Jahr monatlich netto 2690 Mark. Ein Blick auf die Einkommensverteilung unter den Türken zeigt, daß der Anteil der unteren Einkommensgruppen besonders hoch ist: 16,9 Prozent der türkischen Erwerbstätigen haben ein Nettoeinkommen von weniger als 1000 Mark (gegenüber 7,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland). 19,5 Prozent der Türken verdienen netto 3000 bis 4000 Mark und mehr (28,1 Prozent aller Erwerbstätigen). Die türkischen Arbeitnehmer leisten mit ihren Sozialabgaben auch einen wesentlichen Beitrag für die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland. Im Jahr 1996 haben sie beispielsweise Sozialabgaben in Höhe von 4,3 Milliarden. Insgesamt haben sich die türkischen Arbeitnehmer in den 36 Jahren von 1961 bis 1996 mit der stattlichen Summe von über 33 Milliarden Mark an der deutschen Rentenversicherung beteiligt.



Türken als Konsumenten


Die statistische Durchschnittsgröße eines türkischen Haushaltes beträgt heute 4,1 Personen (deutscher Durchschnitt: 2,35 Personen).

Von den Gesamtnettoeinkünften aller türkischen Arbeitnehmer in der Bundesrepublik 20,7 Milliarden Mark im Jahre 1996  - blieben nach Abzug regelmäßig anfallender Kosten wie Miete und Versicherungen rund 11,5 Milliarden Mark für Konsumzwecke übrig. Dieses Geld geben die Türken zum größten Teil in Deutschland aus.

Seit 1978 geht die geschätzte Sparquote der Türken zurück: Lag sie bis dahin bei 45 Prozent des Einkommens, sank sie bis 1998 auf 14,6 Prozent und erreichte schließlich 12,4 Prozent (gegenüber 12,6 Prozent bei der deutschen Bevölkerung). Zu berücksichtigen ist dabei aber auch, daß derzeit jeder vierte Türke im Erwerbsalter arbeitslos ist. Festzuhalten bleibt, daß die türkischen Haushalte heute konsumfreudiger sind als die deutschen.




Schlußfolgerung


 
In den zurückliegenden 38 Jahren ist die türkische Wohnbevölkerung zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden. Obwohl sie aus einem anderen Kulturkreis, einer anderen Religionsgemeinschaft stammt, hat sie die Normen und Regeln der Industriegesellschaft übernommen.

Durch die rechtsradikalen Anschläge, besonders die Anschläge in Mölln und Solingen, distanzierten sich die Türken immer mehr von der deutschen Gesellschaft. Die Zuwanderer wurden wieder  "türkischer". Die Zahl der Türken in der Bundesrepublik Deutschland steigt gegenwärtig wieder; das liegt an der  Heiratsmigration aus der Türkei. So kommen jährlich zwischen 30 000  und 40 000 Ehefrauen und Ehemänner neu in die Bundesrepublik. Die Türken schlagen Wurzeln in Deutschland. Ein Zeichen dafür ist auch, daß von gegenwärtig 500 000 türkischen Haushalte über 55 000 eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim erworben haben. Zudem haben über 135 000 Türken Bausparverträge abgeschlossen. Das Zusammenleben von Türken und Deutschen stellt eine Herausforderung für beide Seiten dar.